Entkernt

Hurra, die Kernerisierung des ZDF hat endlich ein Ende:

Nach zwölf Jahren beim ZDF geht TV-Moderator Johannes B. Kerner zum Anfang nächsten Jahres zurück zum Privatsender Sat.1. Kerner werde ein wöchentliches, journalistisches Live-Magazin mit Gästen und aktuellen Themen moderieren, teilte Sat.1 mit. Außerdem werde der ausgewiesene Sport-Experte im neuen „ran“-Team die Spiele der Champions-League präsentieren. Kerner war bereits in den 90er Jahren bei Sat.1 als Moderator tätig gewesen, bevor er Anfang 1998 zum ZDF wechselte.

Das ZDF hatte Kerner eine Verlängerung seines zum Jahresende auslaufenden Vertrages um weitere drei Jahre angeboten. Man habe sich jedoch nicht über die Konditionen einigen können, hieß es aus dem Mainzer Sender. Intendant Markus Schächter erklärte: „Wir hatten zwölf erfolgreiche Jahre miteinander“, äußerte aber auch „Verständnis dafür, dass Johannes Kerner jetzt nach neuen Horizonten strebt“. Quelle: Welt Online

Vielleicht begreift das ZDF dies ja nun als Chance, den Sendeplatz am späten Abend wieder mit Gehaltvollerem als belanglosen Plauderein zu füllen.

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Ausgelesen

Das ZDF trennt sich mit sofortiger Wirkung von Elke Heidenreich. Die Sendung „Lesen!“ wird damit nicht mit ihr fortgeführt. Heidenreich hatte zuvor in einem Beitrag für die FAZ geschrieben, dass sie sich schäme, „in so einem Sender überhaupt noch zu arbeiten.“ Und: „Von mir aus schmeißt mich jetzt raus.“

Diese Steilvorlage hat das ZDF nun genutzt.

Auch wenn Elke Heidenreich im Ton vielleicht über das Ziel hinausgeschossen ist: In der Sache ist ihre Kritik berechtigt. Unser Fernsehprogramm, in dem peinliche Gestalten wie Hubertus A. und Selbstdarsteller wie Dieter Bohlen als Helden gefeiert werden, verkommt immer mehr.

Frau Heidenreich hat bekanntlich noch nie ein Blatt vor den Mund genommen. In einer Ausgabe ihrer alten Talkshow in der Frankfurter Alten Oper ist sie einmal in einem T-Shirt der AG Arsch Huh vor die Kamera getreten, was, wie sie mir ein paar Jahre später einmal erzählte, „mächtig Ärger“ gegeben habe.

Solche Leute braucht das Fernsehen. Solche Leute muss das Fernsehen auch aushalten können. Das ZDF hat Elke Heidenreich nun nicht mehr ausgehalten. Das ist ein Armutszeugnis für den Sender.

Frau Heidenreich möchte ich Wolf Biermanns Ermutigung ans Herz legen. Sie findet nun ja vielleicht die Zeit, wieder einmal ein so wunderbares Buch zu schreiben, wie die Kolonien der Liebe.

Das wäre ein weiterer Grund, den Fernseher abends einfach einmal auszulassen. Denn lesen bildet bekanntlich – und mit Bildung hat unser Fernsehen immer weniger zu tun.

Wieso zahle ich eigentlich noch dafür?

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Mal wieder

Spiegel Online: „Nach dem positiven Dopingtest von Stefan Schumacher wird bei ARD und ZDF über einen Ausstieg aus der Berichterstattung diskutiert.“

Mal wieder.

Wetten, dass die öffentlich-rechtlichen Sender auch im nächsten Jahr wieder fröhlich von der Pharma-Tour durch Frankreich berichten werden?

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