Autobahnen

Nachdem Katrin Müller-Hohenstein gestern im ZDF während der Liveübertragung des WM-Spiels der deutschen Mannschaft gegen Australien die Formulierung „innerer Reichsparteitag“ verwendet hat, haben sich viele unwissende Zeitgenossen darüber beim Sender beschwert.

Es gibt offenbar genug Dumme, die sich über jedes Wort, dass sie an das dunkelste Kapitel in der deutschen Geschichte erinnert, aufregen und dabei ihr Empörungspotential entdecken, ohne sich vorher überhaupt einmal zu informieren. 

Hat die Moderatorin etwa geäußert, dass sich der Spieler Klose „wie an Führers Geburtstag gefreut“ habe? Oder dass die deutschen Spieler „zäh wie Leder und hart wie Krupp-Stahl“ aufgetreten seien? Nichts dergleichen. Sie hat lediglich eine harmlose und alltägliche Formulierung gebraucht, die das Gefühl von Schadenfreude oder einer inneren Genugtung, es allen gezeigt zu haben, beschreibt.

Dass in Zeiten, in denen viele Menschen ihre Bildung aus dem RTL-Nachmittagsprogramm beziehen, diese Redewendung eher ungeläufig ist, spricht nicht gegen denjenigen, der sie verwendet.

Was wird wohl passieren, wenn Michael Steinbrecher beim nächsten Spiel die Autobahnen Südafrikas loben sollte?

Es geht endlich los

Nein, nicht das große Sparen zur Rettung Griechenlands. Da müssen erst Bundestag und Bundesrat noch ein Wörtchen mitreden. Auch nicht die Sozialleistungskürzungen, damit der Staat einem maroden Automobilhersteller Geld schenken kann.

Nein, es beginnt endlich wieder die Zeit der 80 Millionen Bundestrainer. Die Zeit, in der man durch jedes zweite Auto daran erinnert wird, dass die Nationalfarben schwarz, rot und gelb gold sind.


Und natürlich beginnt jetzt auch wieder die große Zeit der Tippspiele. Jeder, der was auf sich hält, bietet zur Zeit einen WM-Tipp an. Allein bei Facebook gibt es mehrere Applikationen Apps um mit seinen Kontakten die WM-Spiele um die Wette tippen zu können. Xing begrüßte mich gestern natürlich auch mit einem Tippspiel. Auf kicker.de habe ich noch nicht nachgesehen. Aber wieso sollte es dort anders aussehen, als bei Spiegel Online oder FAZ.net. Und natürlich bieten mir bwin.com und betfair.de auch noch an, mit ihrer Hilfe den nächsten Urlaub zu finanzieren.

In diesem Sinne: Lasset die Spiele beginnen.

Frechheit!

Die Rundfunkkommission der Länder hat heute also beschlossen, dass der öffentlich-rechtliche Rundfunk ab 2013 nicht mehr durch gerätebezogene Gebühren, sondern durch eine allgemeine Haushaltsabgabe finanziert werden soll. Zahlen müssen dann also nicht nur die Besitzer von Radios und Fernsehgeräten, sondern jeder – auch wenn er gar kein Rundfunkgerät „zum Empfang bereit hält“. Die Rechtmäßigkeit einer solchen Abgabe sei angeblich bereits durch Gutachten hinreichend geklärt.

Ich habe da meine Zweifel. Mit welcher Berechtigung soll jemand, der sich dem öffentlich-rechtlichen Rundfunk ob der ständig sinkenden Programmqualität verweigert, dazu gezwungen werden, mit seinem Geld die Herren Lanz und Gottschalk, Jörg Pilawa und Cherno Jobatey zu finanzieren, oder schlimmer noch: Den Musikanten-Stadl?

Nach Presseberichten soll die Abgabe auch für alle Betriebe gelten. Während die meisten Firmen und Selbständige bereits heute für das betrieblich genutzte Autoradio zahlen (müssen), dürfte ein Fernseher nicht zur Standardausstattung z.B. einer Anwaltskanzlei zählen. Und obwohl ich also in meinem Büro wirklich Besseres zu tun habe, als fernzusehen, soll ich nun ab 2013 auch dort eine entsprechend bemessene Zwangsabgabe zahlen?

Das ist eine Frechheit sondergleichen – und ich gehe jede Wette ein, dass dieser Drops (verfassungsrechtlich) noch nicht gelutscht ist.

Süüüß

Gerade wurde mir die Frage gestellt: „Wann guckst Du eigentlich am Wochenende Fußball?“

Frauen können manchmal wirklich sehr naiv sein.

Süüüß … 🙂

Ich boykottiere Aral und Castrol

Die Öl-Katastrophe im Golf von Mexiko lässt wohl niemanden kalt. Und nicht wenige haben für sich beschlossen, als Reaktion auf den verantwortungslosen Umgang der Ölfirma BP mit der Umwelt deren Produkte künftig zu boykottieren.

An dieser Stelle sei deshalb der Hinweis erlaubt, dass BP in Deutschland seine Produkte über Aral verkauft, denn Aral gehört seit 2002 zur BP Deutschland AG. Dieser Fakt ist in der Öffentlichkeit kaum bekannt – seit ich es weiß, tanke ich nicht mehr bei Aral.

Zur BP Deutschland AG gehört  außerdem seit 2000 auch die Firma Castrol.

Nun mag man einwenden, dass sich die anderen Ölfirmen auch nicht gerade mit Ruhm bekleckert, was den Umweltschutz angeht. Das ist sicherlich richtig – aber eine solche Schweinerei wie BP haben sich die anderen Firmen noch nicht geleistet – selbst Exxon hat das 1989 nicht geschafft.

Als Verbraucher ziehe ich daraus die einzige Konsequenz und gebe dieser Firma keinen Cent mehr.

Die Qual der Wahl

Ich darf jetzt wieder wählen, ob ich lieber bei einer Raumtemperatur von gefühlten 30 Grad aufwärts ersticke – oder ob ich, wenn mal wieder ein Bus, Traktor oder sonstiges Ungetüm vorbeifährt, mein eigenes Wort nicht mehr verstehe.

Im Interesse der Anrufer lasse ich dann aber zumeist das Fenster geschlossen und leide schwitzend vor mich hin. 

Der Kunde ist schließlich König.

Geister-Spam

Gestern habe ich mal geschaut, wieviele Schwartmänner es mittlerweile auf Facebook gibt: Eine ganze Menge, und die Meisten davon sind mir absolut unbekannt. Also habe ich erst einmal 10 von den unbekannten Namensgenossen mit einem vorbereiteten Musterschreiben kontaktiert, um ggf. gemeinsame Vorfahren ausfindig zu machen.

Facebook fand das leider gar nicht lustig und hat mich für ein paar Tage für das weitere Versenden von Nachrichten gesperrt – von wegen Spam-Verdacht. Sicher, wenn ich Leute mit meinem nicht so häufigen Nachnamen anschreibe, weil sie mit mir verwandt sein könnten, ist das also ein Missbrauch der Nachrichten-Funktion. Alles klar.

Die Grundidee werde ich aber weiter verfolgen. Im Zeitalter des Internets sollte es doch ein Leichtes sein, Verwandschaftsverhältnissen auf den Grund zu gehen. Vielleicht scannt Google ja bald auch einmal alte Kirchenbücher und Personenstandsbücher – das würde die Recherche sicher auch enorm beschleunigen.

Bis dahin gilt: Schwartmänner aller Länder, bitte meldet Euch! 🙂

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